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Charlotte E. und Alfred Blöchlinger, Dipl. Forsting. ETH / Forsthistoriker, CH-4714 Aedermannsdorf

Leben für den naturnahen, nachhaltigen DAUERWALD

Interview Sagita Lehner, Juli 2012

Ein gutes Jahrzehnt ist es inzwischen her, dass Charlotte Blöchlinger nicht mehr in den Wald gehen wollte. "Ich wusste erst nicht warum", erinnert sich ihr Mann Alfred. Doch auch ihm, dem pensionierten Forstingenieur, waren die Kahlschläge nicht verborgen geblieben. Die immer neuen, teils massiven Eingriffe begannen die sonst unbeschwerten Spaziergänge mit der kleinen Enkelin Orianne zu belasten. Im März 2007 wurde, nicht weit von ihrem Haus entfernt, ein hauptsächlich mit Buchen und Rottannen bestandenes Waldstück beinahe komplett gerodet. Seine Frau liess Alfred Blöchlinger zuhause, als er sich aus der Nähe ein Bild machen wollte. "Mir het's eis gä - do chasch nümm schtill sy", sagt er, mehr traurig als wütend. "Für den Forstdienst besteht der Wald - salopp gesagt - nur aus Bau- und Brennholz", gibt Charlotte Blöchlinger zu bedenken. Dass die Leute vom Forstdienst nicht merken, dass der Wald lebendig ist, schmerzt sie. - Auf 50% der Fläche des Naturparks Thal wächst Wald. Bei dessen Leitung und dem kantonalen Forstdienst ist man jedoch auf beiden Ohren taub. "Der Naturpark Thal will sowohl Schutz als auch Nutzung der grossflächigen Wald- und Weidegebiete fördern", steht auf der Naturpark-Homepage. Wie soll das möglich sein? Seit 20 Jahren wird im Thaler Wald rund die doppelte Holzmenge genutzt, als in dieser Zeit nachgewachsen ist. Forstwissenschaftler bezeichnen eine solche Waldwirtschaft als extrem nicht nachhaltig, weil eine sukzessive Ausplünderung des Waldes stattfindet. - 2007, als die Blöchlingers erstmals mit ihrem Leserbrief "SCHLACHTFELD WALD" an die Öffentlichkeit gingen, war das erst der Anfang eines noch heute währenden Engagements. - "Ein naturnaher DAUERWALD, wo vom Keimling bis zum alten Baum alle zusammenstehen, ist für mich das Selbstverständlichste", sagt Charlotte Blöchlinger. "Wenn Du das siehst, geht Dir das Herz auf." --- Mit ihrem unermüdlichen Einsatz für den Wald haben sich die Blöchlingers in den letzten Jahren nicht nur Freunde gemacht. In ihren Leserbriefen, Newsletters, Aedermannsdorf Zytige etc., die nicht selten zwischen Manifest und Kriegserklärung schwanken, nehmen sie kein Blatt vor den Mund. "Nid lugg lo", da sind sich die Blöchlingers einig, sei die einzige Möglichkeit, etwas zu erreichen. Sie machen weiter, solange sie können. --- "Ich bin ein Waldmensch", sagt mir Alfred Blöchlinger am Ende unseres Gesprächs. "Der Wald ist meine Heimat."